Beim ersten Camper-Urlaub passiert fast allen dasselbe: Man packt wie für eine Ferienwohnung und stellt am zweiten Tag fest, dass die Hälfte davon nur im Weg steht. Ein Wohnmobil ist kein Kofferraum mit Bett. Jeder Gegenstand braucht während der Fahrt einen festen Platz, sonst wandert er bei der ersten Bergabfahrt quer durch den Wohnraum. Diese Liste ist deshalb nach Bereichen sortiert und sagt dir auch, was du getrost weglassen kannst.

Geh sie am besten zweimal durch: einmal ein bis zwei Wochen vor der Abfahrt, wenn du noch in Ruhe nachkaufen kannst, und einmal am Tag der Übernahme direkt am Fahrzeug. Der zweite Durchgang ist der wichtigere, denn erst dort siehst du, was der Vermieter ohnehin mitliefert.

Dokumente & Verwaltung

  • Führerschein (ggf. internationaler Führerschein bei Auslandsfahrten außerhalb der EU)
  • Buchungsbestätigung / Mietvertrag
  • Personalausweis oder Reisepass
  • Auslandskrankenversicherung, falls die Route ins Ausland führt
  • Notfallnummern des Vermieters

Fotografiere alle Dokumente ab und leg die Bilder in eine Cloud oder schick sie dir selbst per Mail. Wenn die Papiermappe im Fahrzeug bleibt und du gerade zu Fuß in der Stadt unterwegs bist, hast du trotzdem alles griffbereit. Bei Touren nach Skandinavien, in die Schweiz oder nach Österreich lohnt sich außerdem ein Blick auf Maut und Vignettenpflicht. Viele Länder staffeln nach zulässigem Gesamtgewicht, und ab 3,5 Tonnen gelten oft andere Tarife als beim Pkw.

Küche & Verpflegung

  • Grundausstattung an Töpfen, Pfannen, Geschirr (oft optional gegen Gebühr buchbar; vorher prüfen, was bereits enthalten ist)
  • Spülmittel, Schwamm, Geschirrtücher
  • Haltbare Lebensmittel für die ersten Tage
  • Ausreichend Trinkwasser-Kanister als Reserve

In der Camperküche gilt: wenig, aber richtig. Ein scharfes Messer ersetzt drei stumpfe, ein großer Topf deckt Nudeln, Suppe und Reis ab. Was sich wirklich lohnt, sind Kleinigkeiten, an die kaum jemand denkt: Dosenöffner, Sieb, Frischhaltedosen mit Deckel für Reste und ein Schneidebrett, das gleichzeitig als zusätzliche Arbeitsfläche dient. Geschirr aus Melamin oder Emaille klappert deutlich weniger als Porzellan und übersteht auch Schotterpisten.

Bei den Lebensmitteln reicht ein Grundstock für zwei, drei Tage. Alles Weitere kaufst du unterwegs. Das spart Gewicht und macht mehr Spaß, als denselben Supermarkt-Einkauf durch halb Europa zu fahren. Denk nur daran, dass der Kühlschrank kleiner ist, als er auf Fotos wirkt, und im Standbetrieb ohne Landstrom an der Bordbatterie zieht.

Camping-Ausrüstung

  • Campingstühle und -tisch, falls nicht im Fahrzeug enthalten
  • Stromadapter / Landstromkabel für Campingplätze
  • Sanitärchemie für die Toilette (falls vorhanden)
  • Taschenlampe oder Stirnlampe
  • Abfallbeutel und Entsorgungsutensilien

Das Landstromkabel ist der Klassiker unter den vergessenen Teilen. Fast alle Campingplätze in Europa nutzen den blauen CEE-Stecker, manche kleinere Plätze und viele Stellplätze aber noch normale Schuko-Steckdosen. Ein Adapter in beide Richtungen kostet wenig und rettet dir den Abend. 25 Meter Kabellänge sind ein guter Kompromiss; auf großen Plätzen steht die Stromsäule gerne zwei Parzellen weiter.

Dazu kommt Kleinkram, der auf keiner offiziellen Liste steht und trotzdem ständig gebraucht wird: Gewebeband, ein paar Kabelbinder, ein Multitool, Unterlegkeile und Ausgleichsplatten für schiefe Stellplätze. Wer einmal eine Nacht mit dem Kopf bergab geschlafen hat, kauft die Auffahrkeile spätestens am nächsten Morgen.

Persönliches & Sonstiges

  • Wetterfeste Kleidung für unterschiedliche Bedingungen
  • Handy-Halterung und Navigationsgerät bzw. Offline-Karten als Backup
  • Erste-Hilfe-Set und persönliche Medikamente
  • Bargeld für Stellplätze, die keine Kartenzahlung anbieten

Beim Thema Kleidung ist Schichten die richtige Antwort, nicht Menge. Zwei Hosen, ein paar T-Shirts, ein Fleece und eine Regenjacke decken fast jede Lage in Mitteleuropa ab. Waschen kannst du auf größeren Campingplätzen ohnehin. Badelatschen fürs Sanitärgebäude und eine Kopfbedeckung gehören trotzdem in jede Tasche. Weiche Reisetaschen sind Hartschalenkoffern klar überlegen: Sie lassen sich zusammenrollen und in jede Ecke stopfen, ein Koffer nimmt auch leer den vollen Platz weg.

Was der Vermieter meistens schon an Bord hat

Bevor du irgendetwas kaufst, lies die Fahrzeugbeschreibung deines Vermieters genau durch. Bei den großen Anbietern gehören Auffahrkeile, Wasserschlauch, Warnwesten, Warndreieck und Verbandkasten praktisch immer zum Fahrzeug. Küchenpaket und Bettwäsche sind dagegen fast überall Zusatzpakete, die du separat dazubuchst, typischerweise für 30 bis 80 Euro pro Reise.

Bei diesen Paketen lohnt sich Rechnen: Für ein verlängertes Wochenende ist Dazubuchen fast immer günstiger, als eigenes Zeug anzuschaffen. Wer dagegen plant, öfter zu mieten, fährt mit einer eigenen Kiste voll Geschirr, Bettzeug und Handtüchern nach zwei bis drei Reisen günstiger und weiß dann auch, dass die Pfanne wirklich beschichtet ist.

Klär bei der Übergabe außerdem drei Dinge: Wie voll ist die Gasflasche, ist sie im Preis enthalten, und wie soll das Fahrzeug zurückkommen (mit vollem Tank, geleertem Abwasser, gereinigter Toilette)? Das steht im Mietvertrag, wird aber gern überlesen und sorgt bei der Rückgabe für Ärger.

Wasser, Gas und Strom: die Verbrauchsseite

Ein Frischwassertank fasst je nach Fahrzeug 80 bis 150 Liter. Klingt viel, reicht bei zwei Personen mit täglichem Duschen aber nur zwei bis drei Tage. Deshalb gehören ein zusätzlicher Trinkwasserkanister und ein Schlauch mit Universaladapter zur Grundausstattung. Nicht jeder Wasserhahn in Europa passt zu deinem Anschluss, und einen Gartenschlauch aus dem Baumarkt willst du für Trinkwasser nicht verwenden.

Beim Gas reicht eine 11-Kilo-Flasche für Kochen und gelegentliches Heizen locker zwei bis drei Wochen. Wichtig zu wissen: Im Ausland bekommst du deutsche Flaschen oft nicht getauscht, weil die Anschlüsse abweichen. Wer länger in Frankreich, Italien oder Spanien unterwegs ist, packt einen Adaptersatz ein oder startet gleich mit zwei vollen Flaschen.

Strom ist der Punkt, an dem Reisen am häufigsten anders laufen als geplant. Ohne Landstrom hält die Aufbaubatterie typischerweise ein bis zwei Tage, wenn Kühlschrank, Licht und Wasserpumpe arbeiten. Eine Powerbank für die Handys, ein 12-Volt-Ladekabel und der Verzicht auf Geräte mit hohem Verbrauch (Wasserkocher, Föhn, Toaster) verlängern das spürbar.

Frischwassertank
80–150 Liter
11-Kilo-Gasflasche
2–3 Wochen
Aufbaubatterie ohne Landstrom
1–2 Tage

Gewicht: der Punkt, den fast alle unterschätzen

Die meisten Mietfahrzeuge sind auf 3,5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht ausgelegt, damit sie mit dem normalen Pkw-Führerschein gefahren werden dürfen. Die Zuladung liegt dann oft nur bei 400 bis 700 Kilogramm, und davon geht schon einiges für volle Tanks drauf: 100 Liter Frischwasser sind 100 Kilo, eine volle Gasflasche rund 22.

Zuladung bei 3,5 Tonnen
400–700 kg
100 Liter Frischwasser
100 kg
Volle Gasflasche
rund 22 kg

Rechne einmal grob durch, bevor du losfährst: Personen, Gepäck, Wasser, Gas, Lebensmittel, Räder. Ein Heckträger mit zwei E-Bikes belastet das Fahrzeug schnell mit 60 bis 80 Kilo, und genau hinten ist die Achslast am kritischsten. Überladung ist kein Kavaliersdelikt: Sie kostet Bußgeld, verschlechtert Bremsweg und Fahrverhalten deutlich und kann im Schadenfall unangenehme Versicherungsfragen auslösen.

Praktischer Trick: Fahr auf dem Hinweg mit halb vollem Wassertank los und füll erst am Zielort auf. Wasser bekommst du auf jedem Campingplatz und an fast jeder Ver- und Entsorgungsstation, und 50 Liter weniger machen sich beim Verbrauch und beim Fahrgefühl bemerkbar.

Was du getrost zu Hause lassen kannst

Genauso wichtig wie die Packliste ist die Nicht-Packliste. Handtuchstapel für jeden Tag, ein zweites Paar Wanderschuhe „nur für den Fall“, drei Bücher, die schwere Kamera mit Wechselobjektiven, das große Grillbesteck: All das fährt bei den meisten Reisen unbenutzt mit. Auch Getränkekisten aus Glas sind unnötiger Ballast, wenn es dasselbe Wasser in jedem Supermarkt entlang der Route gibt.

Faustregel aus der Praxis: Was du auf einer Reise kein einziges Mal in die Hand genommen hast, bleibt beim nächsten Mal daheim. Nach zwei, drei Touren hat sich die Liste von selbst auf das Wesentliche eingedampft. Ab dann werden Camperreisen richtig entspannt.

Die genaue Ausstattung unterscheidet sich je nach Anbieter und Fahrzeugklasse. Prüfe vor der Reise im Buchungsportal, was bereits im Mietpreis enthalten ist und was du selbst mitbringen oder dazubuchen musst.

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